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SSI 017, Peter Nontsele – der gute Geist von Stellenbosch

Der Mann mit der gelben Weste steht auf der Kreuzung und fuchtelt wild mit den Armen. Während er den entgegenkommenden Verkehr kurzzeitig zum Halten bringt, winkt er gleichzeitig einen weißen Kleinwagen in eine Parkposition. Peter Nontsele ist einer von rund dreißig Parking Attendands in der Kleinstadt Stellenbosch. Nontsele und seine Kollegen sind die fleißigen Geister auf Südafrikas Straßen.

Peter Nontsele ist ein fröhlicher Mensch. Sein Arbeitsplatz ist eine kleine Kreuzung in Stellenbosch, direkt an der Ecke der bekannten Restaurants Wijnhuis und Coetzenburg. Stellenbosch ist berühmt für seine Weine. Jedes Jahr kommen viele tausend  Touristen aus aller Welt, auf der Suche nach dem besten Tropfen. Seinen letzten edlen Wein hat Nontsele vor vielen Jahren getrunken. Sein Gehalt reicht gerade so zum Leben. Er ist angewiesen auf das Trinkgeld der Autofahrer, wenn er ihnen Parkplätze zeigt und darauf aufpasst, dass nichts passiert. An guten Tagen verdient der Vater dreier Töchter bis zu 150 Rand, umgerechnet knapp 10 Euro. Meistens aber bleiben am Ende des Tages nicht einmal 50 Rand übrig.

Parking Attendants gibt es in Südafrika an jeder Ecke. Obwohl sie auf den ersten Blick eher lästig wirken machen sie einen sinnvollen Job. Warum das Geld in einen Parkautomaten werfen, wenn die gelben Geister doch viel mehr können. Autodiebe vertreiben zum Beispiel. Oder die Straßen sauber halten. Sie wie Peter Nontsele. Immer wieder bückt er sich und sammelt Müll von der Straße auf.

“Ich mag es nicht wenn es hier dreckig aussieht. Das fällt dann auf meine Arbeit zurück”, sagt der Mann mit der 017 auf seiner Weste.

Dies ist seine persönliche ID. Ausgestellt von der Stadt Stellenbosch. Mittlerweile sind die gelben Helfer alle beim Amt registriert.

 

 

Seit über zwanzig Jahren steht Nontsele immer an der dieser selben Kreuzung, von morgens 10 Uhr bis spät abends in die Nacht. Nur am Sonntag macht er frei. Der Kirchengang mit seiner Familie ist dem 57-Jährigen heilig. Mit dem Geld von der Straße finanziert er die Ausbildung seiner Kinder. Rücklagen hat er keine. Peter Nontsele ist bescheiden. Er liebt seinen Job. Ab und zu bekommt er einen Kaffee spendiert, aus einer Bar um die Ecke. Dabei waren die Besitzer der Shops und Restaurants zunächst skeptisch, beim Anblick des drahtigen Mannes. Park Attendands in dieser feinen Gegend hätten Touristen abschrecken können. Mittlerweile haben sich alle miteinander arrangiert. Leben und leben lassen.

Nur manchmal gibt es Ärger im kleinen Reich von Peter Nontsele. Wenn Kollegen versuchen, ihr Revier zu vergrößern kann es auch einmal handgreiflich werden. Doch bislang ist immer alles gut gegangen. An der kleinen Kreuzung mitten im friedlichen Städtchen Stellenbosch.

 

 

 

 

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