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Drei Tipps für Deine Big Five Safari

Big Five – die magische Zahl Südafrikas und Ziel der meisten Touristen. Wer eine Safari plant, ist auf der Suche nach den großen Fünf: Löwe, Elefant, Leopard, Nashorn und Büffel. Zu Unrecht: Es müssen nicht immer die großen Tiere sein, die eine Safari erfolgreich machen. 

Kololo Game Ressort, 6 Uhr morgens. Es ist noch dunkel, als unser Toyota Land Cruiser vor dem Eingangstor zum Wartenberg Nationalpark hält. Über 400 Quadratkilometer warten darauf, von uns erkundet zu werden. Für die Safari haben wir die sechs Stunden Tour ausgesucht. Picknick inklusive. Sechs Stunden Eintauchen in eine Landschaft, die jetzt noch schläft und auf den Sonnenaufgang wartet.

Rangerin Lynette verteilt Decken und weist uns kurz ein. Das Auto niemals verlassen und keine lauten Geräusche machen. Auf ihre Frage, welche Tiere wir suchen sollen, herrscht Einstimmigkeit. Big Five. Die ganz großen Tiere. 

 

 

15 Minuten später stelle ich fest, dass eine Safari in Südafrika morgens verdammt kalt sein kann. Sehr kalt. Ich wickel die Decke ein wenig fester um meine Beine und halte Ausschau. Der Morgen graut. Lynette stoppt den Motor und lässt den Wagen ausrollen. Es ist kein Tier, das die 39-Jährige aus Johannesburg uns zeigen will. Stumm zeigt sie zum Horizont auf den Sonnenaufgang. Dieser Morgen Ende März beginnt atemberaubend schön. Mit ihm erwacht auch das erste Leben. Schemenhafte Gestalten bewegen sich in der Ferne. Ein stiller Weckruf. Ich spüre die ersten Sonnenstrahlen auf der Haut und vergesse fast, warum wir eigentlich hier sind. Wir sind auf der Suche nach den Big Five.

 

 

Morgens ist die beste Zeit, um Raubtiere bei ihrer Jagd zu beobachten bevor sie  sich in der Mittagshitze wieder in den Schatten legen. Lynette startet den Motor und wir folgen einigen frischen Löwenspuren, die mitten auf dem Weg zu sehen sind. Vor einem Felsmassiv stoppen wir erneut. Keine Spur vom König der Tiere. Auch Spuren sind hier nicht mehr zu finden. In dieser Gegend hält sich das Rudel meistens auf, heute aber lässt es sich nicht blicken. Lynette bleibt aufmerksam. Sie spüre, dass Löwen in der Nähe seien. Ich merke, dass ich von fremden Augen beobachtet werde. Ich weiß nicht woher oder von wem.

Aber es ist da. Dieses Gefühl. In der Wildnis kannst Du Dich als Fremder nicht verstecken. Hier gelten andere Regeln. Regeln, die Du nicht bestimmst. 

Ich frage, warum wir keine technischen Hilfsmittel einsetzen, um die Tiere zu finden. Eine Drohne zum Beispiel. Lynette schaut mich fast mitleidig an. “Hier bestimmen die Tiere darüber, wann man sie findet. Nicht wir oder die Technik.” 

Wir verlassen den Löwenfelsen, fahren weiter und stoppen erneut. In der Ferne starrt ein Gnu gebannt in eine Richtung. Ausser hohem Gras kann ich nichts erkennen. Die Rangerin erklärt uns, dass sich im Gras ein Gepard versteckt, zum Angriff bereit. Die Minuten vergehen, die Situation bleibt angespannt. Wir beschließen dennoch weiterzufahren. Zeit ist relativ. Der Gepard könnte sich noch lange auf seine Jagd vorbereiten.

 

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Die Landschaft verändert sich. Mehr Bäume und schmalere Wege stellen sich uns in den Weg. Lynette stoppt erneut. Ein Rudel Warzenschweine blickt uns aus sicherer Entfernung an. Ihre Schwänze sind steil in die Höhe gereckt. Einige Meter weiter galoppieren Zebras an uns vorbei und schrecken bunte Vögel hoch oben in den Bäumen auf. “Das sind Bienenfresser,” erklärt Lynette. “Zugvögel, die auch in Europa und Asien zuhause sind.”

Wir fahren weiter und einige Schakale schauen uns hinterher. Keine Spur von den Big Five. Die Zeit wird knapp. Nur noch eine Stunde und wir sind bereits auf dem Weg zurück ins Camp als uns der Weg versperrt wird. Eine Nashornmutter grast friedlich mit ihrem Baby und scheint von uns überhaupt nicht beeindruckt. Wir halten nur wenige Meter vor den beiden Tieren an. Genießen die Situation. Sie bemerken unsere Anwesenheit. Akzeptieren uns. Ich bin dankbar für den Augenblick und erstaunt darüber, wie friedlich die Nashornmutter auch auf die kurze Entfernung bleibt. Unerträglich der Gedanke, dass diese Geschöpfe eines Tages ausgestorben sein könnten.

 

 

Nach wenigen Minuten verlassen wir diesen magischen Moment und nehmen Kurs auf unsere Homebase. Die Sonne brennt mittlerweile auf meiner Haut, und ich habe die Decke gegen Sonnenbrille und Cappi eingetauscht. 

Daran solltest Du denken, wenn Du auf eine Big Five Safari gehst

Je größer das Tier, desto schwieriger ist es manchmal zu finden. Genieße auch Deine Begegnungen mit den kleineren Tieren und hab ein Auge für Landschaft und Natur. Es ist unwahrscheinlich, alle Big Five bei einer Tour zu sehen

Beobachte selber und halte Ausschau. Nicht immer erkennt der Ranger den besten Spot. Manchmal ist er auf Deine Hilfe angewiesen

Nimm die richtige Kleidung mit. Gerade morgens und abends ist es in den offenen Fahrzeugen ziemlich kalt. Bei den meisten Safaris gibt es aber auch Decken und sogar ein leckeres Picknick

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