Perspektiven

Eine Affenschande: Warum ich nicht mehr die Generation Golf sein will!

Mensch Volkswagen. Was ist denn bei Euch bloß los? Erst tanzt Euch Tesla in Sachen Elektromobilität auf der Nase herum. Dann baut Ihr Schummelsoftware in Dieselfahrzeuge ein und lasst Euch dabei auch noch erwischen. Sogar Eure Selbstanzeige für Preisabsprachen war langsamer als die der Konkurrenz. Das ist blöd. Jetzt habt Ihr Spackos auch noch Tier- und Menschenversuche in Eurem Fahrtenbuch stehen. Das ist einfach nur armselig.

Volkswagen war für mich immer heile Welt. Schon als Kind. Auf dem Rücksitz vom VW Käfer meiner Eltern im Urlaub nach Schweden, oder an die Nordsee. Zitronengelb und luftgekühlt, verlässlich bei Wind und Wetter. Später dann im VW Golf nach Frankreich. Mandarin-orange Lackierung außen, braune Stoffsitze innen. In den 80er Jahren Jugendfreizeit mit dem CVJM. Grüner VW-Bulli, in kurzer Hose schwitzend auf beigen Plastiksitzen. Dafür Bierkästen gekühlt im Fußraum. 

Bis heute hattet Ihr jede Menge Kredit bei mir. Dass mein Nachbar bei VW arbeitet und häufiger neue Autos vor seiner Tür stehen hat, als bei mir Papier- oder Plastikmüll – das macht mir nichts aus. Dass sich auch seine Frau munter in Eurem Fahrzeugpool bedienen kann, kein Problem. Business Class Flüge nach China plus fette Bonuszahlung am Jahresende, ist geschenkt. Das steht so wohl auch im VW-Gesetz. Das es nur für Euch gibt.

Sogar die misslungene Produktpolitik habe ich Euch verziehen. Der Touareg mit dem Charme einer fahrenden Schrankwand, oder der Tiguan in Spießeroptik und billigen Plastikarmaturen. Der Nostalgie-Nebel hat mich wohl blind gemacht. 

Aber Affen und Menschen vorsätzlich vergiften? Ihr habt wohl die Werkssirene nicht gehört!

Damit ist jetzt Schluss! Ich lasse mich nicht mehr für dumm verkaufen. Versteckt Euch ruhig weiter hinter hohen Werkstoren oder in anonymen Büros – die Generation Golf ist fertig mit Euch!

Ich habe die Arroganz der Funktionäre satt. Eure Werbebotschaften ziehen nicht mehr. Wer Leib und Leben anderer vergiftet, der gehört aus dem Verkehr gezogen. Erst pfeift Ihr auf die Umwelt, dann auf Mensch und Tier? Auf der Überholspur der Ignoranz lasst Ihr Anstand und Moral einfach links liegen. Mobilität heißt für Euch doch nur, sich nach der Drecksarbeit aus dem Feinstaub zu machen. 

Ihr bashed die Konkurrenz und haltet Euch für der Auto-Weisheit letzter Schluss. Ich kann es nicht mehr hören.  Ab sofort bin ich für Euch die Generation “Leckt mich am Arsch”. Mir kommt kein VW mehr in die Garage. Und kommt jetzt bloß nicht mit dem Argument deutscher Arbeitsplätze. Wer in Zeiten von Globalisierung und Digitalisierung Affen zum Sterben in Glaskästen setzt, darf von mir kein Mitgefühl erwarten. Während wir alle an Euren Stickoxiden verrecken, erstickt Ihr an Macht und Gier. 

Einen Tipp habe ich für Euch. Krempelt den Laden auf links und gebt der Jugend eine Chance. Denen sind Werte, Moral und Nachhaltigkeit wichtiger als Kohle und Karriere. Und auch sie haben vielleicht zitronengelbe Träume. Allerdings nicht luftgekühlt. Die habt Ihr ja schon verpestet. Oder erinnert Euch einfach nur an Euer eigenes lächerliches Markenversprechen. Sonst habt Ihr mehr als nur eine Generation verloren.

„Unsere Marke steht für Produkte und Services, die Menschen weiterbringen, die Menschen bewegen, auf der Straße und darüber hinaus. Es ist die Gesamtheit unseres Angebots, mit der wir uns das Vertrauen von Millionen Kunden in unsere Marke immer wieder aufs Neue verdienen. Vertrauen, das uns auch in schwierigen Zeiten stärkt. Vertrauen, das uns zur originalen ‚people’s brand‘ macht, überall auf der Welt. All dies drückt sich aus in nur einem Wort: Volkswagen.

 

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